Fichte-Blog

Make Radieschen Great Again

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Vor langer Zeit habe ich festgestellt: In der Gemüsekiste gibt es mehr gerettete Radieschen als Menschen, die Lust haben, Radieschen zu essen. Die meisten Menschen essen Radieschen kalt, mit Salz, als Snack oder im Salat. Auf jeden Fall roh.

Vor mittellanger Zeit habe ich mir folgendes dazu gedacht: Man könnte Radieschen auch mal kochen oder braten. Kurzzeitig hatte ich auch die Idee eines Radieschen-Kochbuchs. Einige experimentelle Koch-Versuche waren interessant, haben aber nicht direkt überzeugt. Es blieb eher bei der Idee.

Vor Kurzem dachte ich wieder an beides zurück die schiere Menge an Radieschen und revolutionäre Radieschen-Rezepte und habe einen neuen Versuch gestartet. Herausgekommen ist ein leckeres Ofengemüse, das ich hier teilen möchte. Durch das Erhitzen verlieren die Radieschen etwas von ihrer charakteristischen Schärfe, bleiben aber trotzdem einigermaßen knackig und haben fast schon etwas süssliches.

Zutaten: Radieschen, Kartoffeln, rote Zwiebeln, Olivenöl, Salz Pfeffer

Dazu passt ein Dip aus Limetten- oder Zitronensaft, Tahin, Honig und Senf.

Viel Spaß!

 Doro, 08/2020

 

 

Aussehen ist nicht alles – Auch bei Würstchen!
-Stiftung Wursttest informiert-

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Eine weltbewegende Studie wurde neulich im Garten des Fichtehauses durchgeführt.

Ziel der Maßnahme: Ausweisen des geschmacklich besten Tofu-Würstchens

Stichprobe: 8 Menschen, 7 verschiedene Würstchen vegetarischer und veganer Sorte

Versuchsaufbau: Um möglichst optimale und realitätsnahe Bedingungen zu gewährleisten, wurden die Tofu-Würstchen mit Kartoffelsalat (Buchmuller 2020), grünem Salat (Hackbarth 2020) und diversen Grillsaucen (Kühlschrank 2007) getestet. Für die Beschaffung wurden verschiedene Supermärkte der Region kontaktiert und auf ihr Sortiment hin untersucht. Dabei herrschten lebensechte Einkaufsbedingungen. Der informed consent der Proband*innen wurde selbstverständlich und natürlich auch im Vorhinein eingeholt.

Die Proband*innen stellten ihren außerordentlichen Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn zur Verfügung. Die Würstchen wurden nach optischen, olfaktorischen, haptischen, gustatorischen und auditiven Gesichtspunkten bewertet. Natürlich handelte es sich um eine Blindverkostung, die nach den aktuellen Ethik-Richtlinien der DFG durchgeführt wurde. Für die Sicherstellung der Richtlinien diente vor allem Gaa (2020) als Bezugspunkt. Die Würstchen wurden nacheinander getestet und mit einer innovativen und höchst ausgetüftelten Skala bewertet.

Dabei waren klare Tendenzen festzustellen:

Danach braucht man erst mal einen Schnaps

Die lediglich vegetarischen Würstchen sind in jeder Hinsicht den veganen vorzuziehen. Es ist zu vermuten, dass das Eiklar hier einen erheblichen Unterschied macht.

Einige O-Töne der Proband*innen lassen allerdings eine hohe Varianz erkennen (Oswald 2020). Da diese Studie Vorreiterstatus auf dem Gebiet der Tofuverwurstungen genießt, wurden einige relevante Kategorien ermittelt, die auch den Folgestudien ans Herz zu legen sind.

So wurde die Konsistenz bestimmter Würstchen als „zu tofig“ oder „zu schwammig“ bewertet. Der Geschmack wurde mit dem Worten „wie Pappe“ und „fettig und schleimig“ oder „geht nur mit Sauce“ bedacht.

Die Vergleichbarkeit zum Geschmack realer Fleischwürstchen variierte zwischen „nicht erkennbar“, „schmeckt wie Grießbrei“, „zu sehr nach Ersatzwürstchen“ und „täuschend echt“.

Die Produkte mit den besten Bewertungen erhielten bei nahezu allen Proband*innen 10 Punkte. Zu empfehlen sind die Lass-die-Sau-raus-Würstchen von The Vegetarian Butcher (Unilever 2016) und die Rügenwalder vegetarische Mühlenbratwurst. Umstrittener Favorit der veganen Partei ist die Bio Veggie Bratwurst (Aldi 2003).

Wir danken den Proband*innen für die Teilnahme an der Studie, die mit Käsekuchen (Bodenlos/Wagner 2020) und Erdbeeren (Oswald 2020) entlohnt wurden.

Wir laden alle interessierten Forscher*innen ein, diese Erstlingsstudie zu replizieren.

Bei Risiken und Nebenwirkungen rauchen Sie die Packungsbeilage und sagen Sie Ihrem Arzt, er sei Apotheker.

3-W, 07/2020

 

Erratische Abenteuer mit Amelie

Eine wahre schwäbische Geschichte

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Warum steht 3West sonntags um 7 Uhr auf?
Ganz klar, Amalie Zephyrina ruft, es geht auf große Tour. Hektisch wird Proviant in die Rucksäcke verteilt, Vermisste geweckt und auf zum Bahnhof und in den schrecklich gautschigen Zug. Klar, dass vorher jede*r nochmal aufs Klo geht? Auch die Nachzüglerinnen auf ihren Drahteseln sind dabei.

Schon auf der Fahrt nach Sigmaringen nehmen wir die Spur der Hohenzollern auf. Amalie, wir kommen! Auf kleinen Wegchen und kleineren Deichen kommen wir gut voran. Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei eine Reifenwippe.
Schwungkraft: 8/10
Pirouettenfähigkeit: 8/10
Sicherheit: 4/3
Innovation: ne stabile 7

Wandern ohne Kuchen ist möglich, aber sinnlos. Und zwischen Stock und Stein passt noch ein Kuchen rein. Dem freundlichen Kuchenangebot mussten wir leider entsagen. Wir wandern weiter. Und da ist er schon: groß, majestätisch, erhaben: Der Amalienfelsen. Wir würdigen ihn mit einem Picknick auf seiner Spitze. Bei Nudelsalat, Brot und einem guten TipTopTea kommen ums haarsträubende Gerüchte zu Ohren. Amalie soll, so erzählen die Wanderer sich, sich aus Liebeskummer auf ihrem weißen Schimmel von diesem Felsen in die Donau gestürzt haben - "wie das die jungen Leute halt so machen".

Wir als Chronisten der Hohenzollern durchschauen das falsche Spiel. Der Felsen ward geschaffen, Amalie zu ehren, nicht sie zu töten.

Dieser Geschichtsklitterung entkommen, zieht es uns weiter. Über die Teufelsbrücke und durch die Grotten führt uns der keineswegs grottige Weg (Probs to our Hohenzollern-Dude) zur Badestelle, wo wir Signale der Außerirdischen empfangen. ¶¢=|\©°®{|∆®π∆°}¢=~\% Dem ist nun wirklich nichts hinzuzufügen. 

Ihr erratet nie, wo wir einen fehlerhaften Stein gefunden haben. Mit nem Schwarzwald-Venedig-Bali-Eis in der Hand gehts wieder Richtung Heimat. Unser Dank gilt den Fürsten von Hohenzollern für den Felsen, den Weg, für Sigmaringen, den Park, das gute Wetter, die Felssprengung, alle Spielplätze linksseitig der Donau, die Grotten, das fürstlichen Elektrizitätsmeister, die Donau, den Selfiepoint, das Kreismedienzentrum, den Nudelsalat und alle Spielplätze rechtsseitig der Donau.

3-W, 06/2020

 


#LeaveNoOneBehind

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Am internationalen Tag gegen Rassismus positionierte sich auch das Fichtehaus entsprechend seiner Satzung auch außerhalb des Hauses klar gegen Rassismus und Diskriminierung. Es wurden selbstgemalte Banner und Plakate aus den Fenstern gehängt, die auf die Situation der Geflüchteten in den griechischen Lagern aufmerksam machen und auf ihre besonders prekäre Situation während der Corona-Krise hinweisen. Das Fichtehaus plädiert damit öffentlich für die sofortige Aufnahme aller Geflüchteten und die sichere und infektionsverhindernde Unterbringung, sowie die Aufrechterhaltung der europäischen Gesetze, wie das Recht auf Asyl!


Wenige Tage später wurden auch Papierschiffchen mit dieser Botschaft gebastelt und in der Nachbarschaft verteilt.

Leonie, 15.04.2020

 

 

Fichtehausparty in den 20ern

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Am Freitag bot sich im Fichtehaus ein ungewöhnlicher Anblick: Noch nie wurden so viele Hosenträger, Schiebermützen und extravagante Kleider gesichtet, und das alles obendrein mit einer ordentlichen Ladung Glitzer und Festlichkeit...

Denn frisch angekommen im neuen Jahrzehnt begaben wir uns 100 Jahre zurück in den Rausch und die Aufbruchsstimmung der 20er-Jahre und durften dabei überraschend viele Gäste in unserem Hause begrüßen.

Mit dabei: SwingZeit Tübingen mit einem Schnupper-Tanzkurs und anschließendem SwingSocial, die mitreißenden BrassBusters und hervorragende hauseigene Elektroswing DJs!

Während es auf der Tanzfläche hoch herging, wurde bei einem Partyspiel in der Menge heimlich mit „Drogen“ gedealt. Mit der Prohibition haben wir es allerdings nicht so ernst genommen ;).

Wir freuen uns auf die nächste Zeitreise mit euch!

Vielen Dank an SwingZeit Tübingen und die BrassBusters!

 

Gründungssitzung des Fördervereins des Johann-Gottlieb-Fichte-Hauses

Ein wunderbarer Samstag, es gibt Saft und Kekse im Sonnenraum. Kann es noch schöner werden? Ja, es kann! Wenn zu den ganzen Leckereien auch noch die Gründungssitzung des Fördervereins kommt.

blog Forderverein

Über zehn Fichten, alt und jung, aus nah und fern, kamen zusammen und diskutieren die Satzung, gaben sich eine Vereinsordnung und wählten den Vorstand. Der Verein ist noch ganz frisch und wird nun bald beim Finanzamt angemeldet. Ein riesengroßes Dankeschön geht an zwei der Vorsitzenden: Matthias und Hannah für die lange und intensive Vorbereitung! Sie zählen jetzt

Warum steht 3West sonntags um 7 Uhr auf?
Ganz klar, Amalie Zephyrina ruft, es geht auf große Tour. Hektisch wird Proviant in die Rucksäcke verteilt, Vermisste geweckt und auf zum Bahnhof und in den schrecklich gautschigen Zug. Klar, dass vorher jede*r nochmal aufs Klo geht? Auch die Nachzüglerinnen auf ihren Drahteseln sind dabei.

zu den Expert*innen in Sachen Vereinsgründung.
Nach 3,5 Stunden konnte die Versammlung erschöpft, aber glücklich geschlossen werden. Manch ein Sektkorken knallte und man sah sich zu spontanen Jubelgesängen veranlasst.

Wir sind froh, mit diesem Verein einerseits einen erheblichen Beitrag zur spendenbasierten Finanzierung des Fichtehauses zu leisten und andererseits der Ehemaligenarbeit eine neue und strukturierte Form zu geben.

Lucas

 

 

Letzte Woche gemeinsam die ausgestorbene Schönheit in Horb genießen, heute zusammen ins Theater, am Mittwoch auf den Weihnachtsmarkt und dazwischen wird jeden Abend zusammen gekocht.

Wenn man das hört, dann denkt man vielleicht nicht zuerst an eine Studenten-WG, aber genau so sah es auf 1-Ost, unserer Neuner-WG im ersten Stock des Fichtehauses, in letzter Zeit aus.

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SportTheater 
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Ein buntes Potpourri unserer Erlebnisse:
Jeder kennt es, man kommt abends nach Hause, ist müde und kalt, schaut in den Kühlschrank und da gibt’s nichts was man essen kann oder mag. Wir haben uns gedacht, was ist schöner als abends nach Hause zu kommen und sich an den gedeckten Tisch setzen zu können? Gerade jetzt, wo es so kalt ist freut sich jeder über Maltes superleckere Slowcooker-Gerichte, über Kellys fantastische asiatische Küche oder Henriks handgemachte französische Leckereien und über alles, was sonst so bei uns auf den Tisch kommt – Hauptsache es ist warm! Seit wir im gemeinsamen Kochfieber sind, wird darauf geachtet, dass möglichst kein Tag auf unserer Kochtafel frei bleibt – ich find’s einfach toll! 

„110% fürs Stockwerk“, das rufen euch unsere selbstkreierten Memes entgegen, wenn ihr unsere Küche betretet. Ob das immer noch so überzeugend ist, wenn man gleich auf den zweiten Blick unseren Spülberg erblickt, das mag sich von Tag zu Tag ändern. Aber wenn ihr nur oft genug zu Besuch seid, dann könnt ihr gewiss auch mal erleben, wie es in unserer Küche funkelt und strahlt, wenn sie frisch geputzt ist.

Bei unserem ersten Stockwerksausflug in diesem Semester sollte es eigentlich in die Bärenhöhle gehen, aber wie das nun mal so ist – wir landeten in Horb. Einem wunderschönen winzigen Städtchen, das ausgestorben und kalt am Neckar lag. Und trotz der kurzfristigen Planänderung und den unangenehmen Temperaturen hatten wir super viel Spaß. Aber als Stockwerksausflug würden wir euch doch lieber die Bärenhöhle empfehlen.

Nach dem Essen fallen Alle in satte Stille, aber bevor sich die ersten ins Bett zurückziehen die Frage: Was wird heute gespielt? Citadels, Siedler, Wizzard, Werwolf oder Tac … die übliche Diskussionsrunde bevor man sich geeinigt hat… . Doch sind die ersten Karten verteilt, dann ist schon vergessen, was man lieber hätte spielen wollen, weil das Spielfieber einen mitreißt. Jeder will gewinnen, der Erste sein und am Ende versinken wir in glückliche Stille. Denn egal welchen Platz man heute ergattern konnte, wir hatten viel Spaß zusammen und morgen hat man wieder eine Chance. 

„Wir sollen Badminton spielen und dabei Theater machen?“ das war die erste Assoziation zum Theatersport im Landestheater Tübingen; aber wer mitgekommen ist, der konnte sich selbst von der Genialität der Impro-Schauspieler überzeugen. Niemand von uns musste auf die Bühne, wir konnten gemeinsam den Witz und die wundervolle Atmosphäre des Theatersports genießen. „Jederzeit wieder!“ war die letzte Assoziation zu diesem Stockwerksausflug. Traut euch auch mal dorthin, wir waren alle begeistert.

Noemi

 

 

Wenn der Advent ankommt

Es grünt so grün, wenn Fichtes Blüten blühen!

 

 

Und auf einmal war sie da: Die geschlossene Haustüre!

Entsetzen an manchen Orten, die sonst so einladend offenstehende Fichtehaustüre fällt nunmehr Mal um Mal krachend ins Schloss. Grund dafür ist nicht etwa eine veränderte Wohnkultur, im Fichtehaus ist es warm und wohnlich wie eh und je. Und auf einmal war sie da: Die geschlossene Haustüre!

Verantwortlich für die immer öfter zugezogene Türe ist vielmehr der eisige Wind, der draußen den kommenden Winter ankündigt. Doch mit dem Winter kommt der Advent und mit dem Advent zieht auch eine ganz besondere Farbe ins Fichtehaus ein.

Und auf einmal war es da: Das Grün!

Tritt man durch die Türe ins Haus, so sticht einem zuerst der mächtige Adventskranz ins Auge. Groß und doch leicht schwebend hängt er im Treppenhaus. Und der Ort, an dem er hängt, ist nicht zufällig gewählt. Beim, besonders nach Einkäufen oft mühsamen, Aufstieg in den ersten Stock, geht man direkt an ihm vorbei und kann ihn also von unten, der Seite und von oben bewundern. Das Grün der Fichtenadeln strahlt einen dabei von allen Seiten an.

Schafft man es, seinen Blick von diesem Klassiker der Adventszeit zu lösen, und geht man auf der Treppe weiter gen Himmel (3 West), so erblickt man den nächsten, wenngleich jüngeren Klassiker der Adventszeit: Viele bunte Wichtesocken. 

Fleißige Adventswichtel haben das Fichtehaus besucht, von jeder*m einen Socken eingesammelt und gut gefüllt mit feinen und leckeren Überraschungen für Magen, Auge und Herz wieder aufgehängt. Efeu umrankt die Sockenkonstruktion und weckt die Vorfreude auf den Tag, an dem man seinen eigenen Socken öffnen darf. 

Was darin wartet? Das wissen nur die Wichtel und nach und nach auch immer mehr Fichten.

Also lass doch von der Türe nicht abschrecken, komm ins adventliche Fichtehaus voller Wichtel, Kerzen und Vorfreude.

 


KLEINKUNSTABEND Winter 2019

     

     

KENN KULT BEI SAND

Der Einstieg in den diessemestrigen Kleinkunstabend war sogleich anspruchsvoller Genuss: Julia - erst kürzliche Fichtehausbewohnerin - beeindruckte mit mehreren sphärisch klingenden Stücken auf der Querflöte. Sie löste damit gleich die überflüssige Bodenhaftung für losgelöste Aufnahmebereitschaft.

BANNSTU EKEL KIND?

Die bannende Macht eines kreiselnden Holzkreisels und anderer kreisender Aktivitäten im Leben wurde uns in einer anrührenden Erzählung von Christian beschrieben.

STANK BEIN DUNKEL?

Darauf folgte ein unter die Haut gehender Text von Gideon. Wie viel Tagtraum steckt in Zukunftsplänen und andersherum?

BANDITEN LUKSEN K!

... wie Kunstmusik: von Conni, Alex und Ivo bekamen wir drei kurze Stücke von Schostakowitsch für Klavier und zwei Geigen zu hören.

IK BANNTE DUNKLES

Domi an der Geige und Philip am Klavier beeindruckten wieder einmal mit einer gemeinsamen Improvisation - Hut ab, Licht aus!

KNUTS LINKE BANDE

Unser Knut hieß Hans und einziges Bandenmitglied ist normalerweise seine Gitarre - heute jedoch auch das lauschende Publikum im Saal des Fichtehauses. Seine Texte handeln davon, wie das Meinung-haben zu jeder x-beliebigen Lebensfrage einen manchmal nur noch nervt, man aber auf der anderen Seite (und im 2. Lied) oft nicht Stellung bezieht, wenn es wichtig wäre. Saisonpassender Abschluss ist Konsumkritik auf Jingle-Bells-Melodie.

AB KINN DUNKELT ES

Ein sehr poetischer Liedtext, geschrieben und gesungen von Oliver an der Gitarre.

BIN ALEKS, DU KENNT?

Natürlich! Alex und seine Liebeslieder auf die Frauen des Fichtehauses gelten als Klassiker der Kleinkunstabende. Diesmal waren es sogar 11 Frauen, die besungen wurden, diese Nummer versprach wieder einmal tagelange Ohrwürmer.

DENK UNS LIEB NAKT

Zur Überraschung kriegte Alex danach nun auch mal selbst sein Reimschema ab - 2West kübelte unzählige Reime auf -ex auf die Bühne und war im schüchtern-schnellen Loswerden des Mikrofons sehr süß anzusehen!

SEIN BANDENKULT - K

Die Jongleure hätten als alteingesessene Kleinkünstler*innen ein solches verdient! Die diessemestrige Performance tanzte aus der Reihe, da sie durch mindestens so viel Fuß(!)- wie Handeinsatz gekennzeichnet war.

BANN DUNKLE KISTE

Nina Lenz trug uns ihren Gedichtzyklus Archiviertes vor, der beim Recherchieren im Hannah Arendt - Archiv in Marburg entstand.

KUNST KAN BILDEEEN!!

Zum Beispiel lehrte uns das selbstgeschriebene Lied von Hannah Hüsken, was man braucht, um einen Song zu schreiben!

ULK DANEBEN STINK

Osama lieferte den Teil 2 seiner Stand up Comedy Meine Integration in Deutschland. Viel Ulk und ein bisschen Stink über deutsche Ärzte und Eigenheiten.

KANTS LEIBKUNDEN

Schrieb Kant nicht über den belebenden Vitalsinn durch Musik? Das brachten Irini und Marci mit Gesang und Gitarre auf jeden Fall auf die Bühne! Begeistert schmetterten sie unter anderem Green Eyes von Coldplay und Falling Slowly aus dem Film Once.

TUNNK DARUNTER LIEBE

Stimmungsvoll: Frederika an der Gitarre und Julia an der Querflöte, California Dreaming singend.

DES KANN KEIN BLUT

... ungerührt lassen: Ivo am Cello erschien nun gegen alle Gewohnheit mal nicht als Begleitung sondern im Rampenlicht mit einem Stück von Rachmaninow (komponiert eigentlich für Klavier und Gesang) auf der Bühne, begleitet von Hannah am Klavier. Ergriffene Stille herrschte im Saal.

INSEKT KANN BLUDE

Und Pflanzen können geeignete Geräusche für elektronische Musik machen! Zu hören gab es von Manu gefertigte Musik, die mit besagter Pflanze aus der 2West-Küche, dem Flügel im Saal, Ivo am Cello und einem tropfenden Wasserhahn alltägliche Geräusche des Fichtehauses in einen meditativen Ausklang des Abends verwandelte.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen:

DANKI STUNK LEBEN!

An die, die ihr uns verzaubert habt und an die, die sich verzaubert haben lassen - Wir freuen uns auf den nächsten Kleinkunstabend!

- Kirsti

(Anagramme mit freundlicher Genehmigung von Linda)


Eine Hymne auf das Fichtehaus

In diesem Haus zu leben ist wie ein Wolke-7-Trip, der nicht endet. Es ist wie total verknallt zu sein – nur eben in ein ganzes Haus. Hier lachen und weinen wir, erleben jeden Sonnenaufgang und jeden Mond zusammen. 

Dieses Haus lebt, oh ja, und wie es lebt!

Hier wird künstlerisch gekocht, majestätisch minimiert (den ökologischen Fußabdruck), schillernd geschrubbt, brummend gebohrt, märchenhaft missverstanden, pünktlich geputzt, laut geliebt, erfrischend engagiert, traubenhaft geteilt, wohlriechend gewohnt, zärtlich gezankt. 

In diesem Haus gibt es Dinge, über die andere nur reden: Feingefühl, Empathie, Nächstenliebe, Engagement, Sympathie, Tiefgang, Großzügigkeit. 

Ja, vielleicht läuft auch hier nicht immer alles wunderbar phantastisch perfekt. Auch hier ist nicht alles gold, was glänzt - oder besser anthro, was bunt ist und Abbe-Ecken hat. Manchmal braucht's eben mal einen kleinen Tritt - per Erinnerungszettelchen, per gewaltfrei-kommunikatives Gespräch oder per Mail über den Verteiler.

Wir alle müssen uns immer wieder an der eigenen Nase packen: Das Revier in der Bib nicht markieren wie die Touris auf Mallorca. Klopapier auffüllen – so ganz im Sinne der Nächstenliebe. Orte krümellos verlassen. Flure passierbar machen.  Eine After-Party-Party feiern, wenn der Abend davor sichtlich genossen wurde. Ehrlich sein, wenn mal was schief geht. Verantwortung übernehmen. Ein Teil sein des bienenstockartigen Gewusels jeden zweiten Montagabend. Teilnehmen am Leben an dem Ort, an dem wir wohnen. Denn wir alle leben hier!

Unsere Küchen erzählen Geschichten. Die beginnen meist morgens um 7 mit Haferflocken und enden nachts um 5 mit containertem Teig mit Knoblauch- und Essiggurkenfüllung. Die Küchen erzählen Geschichten von Safrankeksen, veganen Würstchen, selbstgemachtem Sushi, Instant-Spaghetti, Tiefkühlpizza, Kuchen mit dem gewissen naturbelassenen Etwas, grenzwertigen Pilzen, experimentellen Gemüsepfannen mit unbekannten Zutaten, Schweinebraten mit Spätzle von der Mama. Hier gibt's keine frittierten Küken ohne Kopf, sondern Linsen - morgens, mittags, abends und nachts. Bei uns gibt's Gemüse und Obst aus der Kiste und Schlaraffenland-Berge aus Schokolade - ganz fein mit Waschpulver überzogen. 

Und dieses Haus leben von jedem einzelnen von uns! Von unseren Geschichten, unseren Leidenschaften, unseren Überzeugungen, unseren Fähigkeiten.  Es lebt von jedem einzelnen von uns! Und darauf dürfen wie stolz sein und dankbar, weil unsere Selbstverwaltung uns Raum bietet, uns zu entfalten.

Aber es bedeutet auch Arbeit! Klar, es ist einfach und verlockend sich bei 69 Leuten zu verstecken und froh zu sein, dass es niemand merkt. Aber das ist nicht das, was uns ausmacht. Was wir hier haben ist ein Geschenk. Ein riesiges Privileg. 

Dieses Haus lebt von jedem einzelnen von uns! Von Menschen, die gerne bauen, von denen, die gerne programmieren, analysieren, forschen, rechnen, erschaffen, von denen, die gerne zeichnen, spielen, lesen, Musik machen, reden, Kerzen anzünden, von denen, die gerne singen, in den Arm nehmen, tanzen, feiern, lachen, von denen, die gerne nachdenken, Tee trinken, demonstrieren, reisen, sich auspowern, lernen, telefonieren, teilen, schweigen, meditieren - leben!

von Hannah Köninger


Fräulein Fichtegeist

 So viel wird über mich gesprochen, so viel spekuliert. Manche skeptisch, manche bestimmt, einige enthusiastisch, andere gleichgültig. Lange war meine Existenz von Schweigen geprägt. Und so muss ich endlich sagen: Ja, es gibt mich! 

Gestattet mir, mich vorzustellen: Ich bin Fräulein Fichtegeist. 1958 wurde ich hier in der Herrenbergerstraße geboren. Ich war ein absolutes Wunschkind, ein Kind erwachsen aus Enthusiasmus und mit einer glanzvollen Zukunft.

So bin ich älter geworden und hatte in all den Jahren schon viele Kleider, Frisuren und Gesichter. Und doch bin ich stets ich geblieben. Seit Jahren seid ihr bei mir Gäste und ich bin bei euch Gast. Jahr um Jahr wechseln die Gesichter und geben mir so viel Anlass zur Dankbarkeit.

In diesem Haus Geist sein zu dürfen, bedeutet viel Wandel. So Vieles wird verwandelt und umgewandelt: Wandfarben, Leibgerichte, Sprachgebrauch und Lebensberichte. Pfannenbestände, Essensbeschaffung, Abflussprobleme und Stockwerkskostenerstattung. Kompostentsorgung, Entscheidungsorgane, Diskussionen über alles - bis hin zur Marke der Soja-Sahne. Klingende Lieder, Mietverträge, neue Traditionen und Gartenernteerträge. Lesekreise, Putzaufteilung, ein eigenes Wiki und wechselnde Kleidung. 

Neben all diesen äußeren Wandlungen, ist ein Wandel stetig da und verbindet alle Generationen. Der Wandel in euch. Ihr seid so jung im Gegensatz zu mir und so Vieles bewegt euch und bewegt sich in euch. Lasst euch gesagt sein, es ist eine Wonne das miterleben zu dürfen. Eure Jugend verbindet euch. Und ihr seid im Alter des Lernens. Ihr lernt in der Schule des Lebens und das Haus stellt den Raum dafür. Manche sind schon in höheren Klassen, manche ganz am Anfang, andere wieder in der ersten Klasse. Und so lernt ihr miteinander und voneinander.

 Die Gemeinschaft und das Zusammenleben sind es, die euch lehren. Eure Fächer sind bunter und zahlreicher, als in jedem Modulplan. Wisset, dass ihr Glückskinder seid, diese Schule besuchen zu dürfen. Sie gibt euch Kraft, Entwicklung, Erfahrung, Rückhalt, Austausch, Reife, Sicherheit, Toleranz, Klarheit, Freiheit. Diese sind die schönsten Diplome der Welt. Und auch an dieser Schule muss gearbeitet werden –  vom Genießen allein kommt nichts...

Spürt die Verantwortung, nehmt sie wahr, haltet sie mit beiden Händen fest und betrachtet sie. Sie ist wunderschön. Zeigt es, im Großen wie im Kleinen. Tragt die Verantwortung fest in euch. Tragt sie beim leisen Türeschließen, tragt sie bei der letzten Klopapierrolle, tragt sie beim Putzen mit Hingabe, Liebe und Freude, tragt sie bei jedem Verlassen der Küche, tragt sie bei überquellendem Kompost, trag sie den Menschen gegenüber, mit denen ihr die Schulbank teilt, tragt sie für die, die sich um einen geregelten Schulablauf kümmern, tragt sie bei Entscheidungen und tragt sie bei jedem Gremium, jedem Engagement, tragt sie in sensiblen Momenten. Tragt sie für euch, für das Haus, für alle um euch herum und tragt sie für mich. 

Denn dann entstehen so viele schöne Dinge dieser Welt: Rücksicht, Gespür, Verständnis, Toleranz, Akzeptanz, Zusammenhalt, Geborgenheit und Liebe. All das kann die Reinform des Glücks sein. 

Auch ich bin im Wandeln. Auch ich steige in denselben Fluss und doch nicht in denselben, auch ich bin es und bin es nicht. Auch ich, Fräulein Fichtegeist bin mal gestresst, mal frustriert, mal enttäuscht, mal euphorisch, mal motiviert, mal engagiert, mal phlegmatisch, mal schwelend ungut, mal laut glücklich... 

Was ich bin, liegt immer an euch. Aber ganz gleich wie ich bin, eines verändert sich in all der Zeit und bei all dem Wandel nie: mein Vertrauen in euch. Das ist endlos! Um es zu beweisen, würde ich mit einer prall gefüllten Gemüsekiste vom Keller bis unter’s Dach laufen und ihr alle kennt den Weg. Aber für heute müssen meine Worte genügen.

 Ich habe Vertrauen, dass ihr wahrnehmt: euch selbst, die anderen, eure Verantwortung. Dass ihr wahrnehmt, was das Haus braucht und welch riesige Chance es ist. Seid liebevoll und rücksichtsvoll miteinander. Nutzt eure farbenfrohe Vielfalt und schafft etwas Besonderes. Das Haus bietet so viele Möglichkeiten dazu! Seht jede Aufgabe positiv und vergesst einander nicht. Und noch viel wichtiger: Vergesst mich nicht, denn ich bin da und freue mich so sehr, bei euch sein zu dürfen!

Es grüßt euch von Herzen,

eure Fräulein Fichtegeist

von Hannah Köninger

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